Multiple Sklerose (MS) ( lat. Enzephalomyelitis disseminata ) ist eine Entmarkungskrankheit, die das Zentralenervensystem (ZNS) im Gehirn und im Rückenmark schädigt. Alle Nerven sind von einer schützenden fetthaltigen Substanz mit Namen Myelin umgeben. Das kann man sich vorstellen, wie bei elektrischen Drähten, die von einer Kunststoffhülle umschlossen sind. Durch das Myelin sind die Nerven in der Lage, Signale schnell weiter zu leiten, so das bewusste und unbewußt ablaufende Bewegungen möglich sind. Bei der MS wird das Myelin mit der Zeit zerstört, so das die Fähigkeit der Bewegungen eingeschränkt wird, das Missempfindungen im Körper entstehen, das eine bleierne Müdigkeit die Gliedmassen regelrecht lähmt, man Sehstörungen hat oder das die Konzentrationsfähigkeit immer weiter abnimmt. Die Stellen, an denen das Myelin zerstört ist, verhärten sich und sehen sklerotisch (verhärtet) aus. Weil im ZNS bei Patienten viele solcher Stellen nachgewiesen wurden, ist der Begriff Multiple Sklerose = vielfache Verhärtungen entstanden.
Dadurch, dass der Myelin-Abbau überall im ZNS entstehen kann, können die verschiedensten Krankheitssymptome auftreten. Durch diese Tatsache hat die MS auch ihren "Zweitnamen" erhalten: Die Krankheit mit den 1000 Gesichtern! Es sind so viele Fachbücher über diese Erkrankung geschrieben worden, dass es den Rahmen meiner Homepage sprengen würde, auf alle Symptome oder Behandlungsmöglichkeiten einzugehen. Abgesehen davon, dass ich kein Arzt bin! Deshalb nur kurz ein paar Anmerkungen:
- MS ist nicht ansteckend - MS heißt nicht "Muskel-Schwund" - MS ist zur Zeit nicht heilbar, aber - MS bedeutet nicht automatisch ein Leben im Rollstuhl - MS ist keine Geisteskrankheit, wie lange vermutet wurde - und MS ist nicht tödlich!
Und nun?
Für mich bedeutete die Diagnose zu erst einmal Unwissen. Was ist das? Was bedeutet diese Diagnose für mein Leben? Leider waren die Schulmediziner, die mich in der Anfangszeit "begleitet" haben, weder ein Halt noch eine Hilfe!
Also habe ich versucht, mit Hilfe von einem sehr fähigen Heilpraktiker, einer Psychotherapeutin, einer Physiotherapeutin, mit vielen ganzheitlich orientierten Büchern und dann später endlich auch mit einem guten Neurologen mein Leben neu zu sortieren. Das bedeutet für mich, dass ich mich bewusst ernähre, Entspannungszeiten in den Tagesablauf einbaue, die Seele mit schönen Dingen verwöhne, meine Basistherapie einhalte, so wenig wie möglich aber so viel als nötig chemische Medikamente einnehme und versuche, Seelenschrott der belastet abzugeben. Dabei hilft mir sehr das Malen. Unter anderem habe ich versucht, in dem Bild "..es ist so!" meine Sensibilitätsstörungen darzustellen.
Wenn ich dieses Gefühl beschreiben sollte, würde ich sagen, es ist, als stünde ich mit dem Bein in einer sehr heißen Badewanne. Es zu kühlen nützt leider überhaupt nichts, das Brennen ist immer da. Die Mauer habe ich deshalb gemalt, weil sie mich manchmal abhält, Dinge zu tun, mich abgrenzt oder ausschließt.
Auch das Bild "Warum?" hat etwas mit der Verarbeitung der MS zu tun.
Es ist entstanden in einer "schwarzen Phase". Das heißt voller Selbstzweifel, Angst und Negativität. Ich fühlte mich nackt, bloss und ungeschützt.. Den Kopf voller Zweifel und Verwirrung. Solche Phasen sind bei einer schweren Erkrankung -egal welcher Art- nur natürlich und sie sind es wert, anerkannt zu werden. Denn dadurch habe ich gelernt, zu verarbeiten und wieder positiv in die Zukunft zu schauen.
Und dann?
Deshalb den Kopf in den Sand stecken? Nein, bestimmt nicht!! Es gibt so viele schöne und positive Dinge in meinem Leben, dass ich einfach nur dankbar bin- sogar der MS! Denn durch sie habe ich gelernt, viele kleine Dinge zu bemerken, anzuerkennen und danke zu sagen..
Ein ganz großes Danke sage ich
- Freunden, die geblieben sind - Menschen, die ich noch nicht lange und vielleicht nicht mal persönlich kenne, die mir aber sehr wertvoll geworden sind und vor allem - der Familie!
Außerdem... hey!! Wer hat sonst die Chance als quasi "Hobby-Pinsler" an einer Ausstellung im Roten Rathaus in Berlin teilzunehmen?? Grins...
MS und Tierversuche
Darf ich trotz meiner Erkrankung strikt gegen Tierversuche sein? Zu dem Thema Tierversuche könnt Ihr Euch umfassend informieren auf den Seiten der Ärzte gegen Tierversuche und der Seite der Datenbank Tierversuche, die ich unter der Rubrik "Links" auf meiner Homepage gespeichert habe.
Zusammenfassend möchte ich hier von den beiden Seiten etwas zitieren:
"Der Einsatz von sogenannten ` in vitro Methoden` anstelle von Tierversuchen gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. ` In Vitro` bedeutet` im Reagenzglas und steht im Gegensatz zu den ` in vivo`, also im lebenden Organismus stattfindenden Versuchen. Die Palette der `in vitro` Verfahren umfasst Zell-, Gewebe- und Organkulturen, Systeme mit niederen Organismen wie Bakterien oder Pilzen, biochemische Analyseverfahren sowie Computersimulationen und audiovisuelle Techniken." Der gesamte Text ist zu lesen auf der HP von datenbank-tierversuche.de
Dann zitiere ich noch folgenden Text von der Seite Ärzte gegen Tierversuche:
Genau drei Jahre ist es her, seit sechs junge Männer in einem Londoner Krankenhaus um ihr Leben kämpften, kurz nachdem sie als erste Menschen ein neues Medikament eingenommen hatten. Der Wirkstoff TGN 1412, der bei den zuvor völlig gesunden Medikamententestern zu lebensgefährlichen Organschäden führte, war intensiv in Tierversuchen getestet und für sicher befunden worden.
Der monoklonale Antikörper TGN 1412 der Würzburger Firma TeGerero sollte ein Wundermittel gegen Multiple Sklerose, rheumatische Arthritis und andere Immunkrankheiten werden. Doch anstatt das Immunsystem zu hemmen, löste es bei den Probanden eine überschießende Reaktion aus. Leber, Nieren und andere Organe versagten. Buchstäblich in letzter Sekunde konnten alle sechs Medikamententester gerettet werden, doch erlitten sie mehr oder weniger starke Folgeschäden. Ein Mann verlor einige Finger und Zehen. Die zuvor durchgeführten Tierversuche an Javaner- und Rhesusaffen, Kaninchen und Ratten waren problemlos verlaufen. Die Firma TeGenero ging in Konkurs.
Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche warnt seit Jahren davor, sich bei der Arzneimitteltestung auf Tierversuche zu verlassen. "Die immer wieder auftretenden Arzneimittelkatastrophen sind ein Beweis für die Unzulänglichkeit der Methode Tierversuch", erklärt Dr. med. vet. Corina Gericke, Sprecherin von Ärzte gegen Tierversuche. ....
Die Patienten haben ein Recht auf die beste medizinische Versorgung, die nach Ansicht der Ärzte gegen Tierversuche jedoch niemals mit Versuchen an Tieren erreicht werden kann. Mit dem Hineinpumpen von Steuergeldern in tierexperimentelle Arbeiten würden wertvolle und die Medizin voranbringende tierversuchsfreie Forschungen blockiert. "Auch drei Jahre nach der TGN 1412- Katastrophe hat man nichts gelernt und vertraut nach wie vor auf wissenschaftlich unzuverlässige Tierversuche", klagt Tierärztin Gericke. Die Ärztevereinigung dringt auf eine humane und effektive Forschung und Wissenschaft, die nur ohne Tierversuche funktionieren kann.
Der gesamte Text ist zu lesen auf der HP Ärzte gegen Tierversuche.
Ja, auch ich bin der Meinung, dass jeder Mensch ein Recht auf die beste Versorgung hat! Aber nicht durch Experimente, die nicht nur grausam gegen lebende und fühlende Geschöpfe sind, sondern auch noch vielleicht im Endeffekt sinnlos und gefährlich! Deshalb, liebe Pharmafirmen, helft uns indem ihr forscht- aber so, dass es hilft und bleibt dabei menschlich...
Das Tier hat ein fühlendes Herz wie du. Das Tier hat Freude und Schmerz wie du. Das Tier hat einen Hang zum Streben wie du. Das Tier hat ein Recht zu leben wie du.